Montag, 19. April 2010

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Wetterbeoabachtung durch den Deutschen Wetter Dienst

Auf Norderney wird weiter "Wetter gemacht". Der Deutsche Wetterdienst gibt zwar 30 seiner insgesamt 90 Wetterstationen auf, betroffen ist die Nachbarstation Emden Flughafen. Die Norderneyer Station am Januskopf bleibt. Die sieben Mitarbeiter beobachten rund um die Uhr das Wettergeschehen auf der Insel. Die Wetterbeobachtung hat lange Tradition auf der Insel. Kurz nach dem Krieg war der Wetterdienst zunächst in der ehemaligen militärischen Signalstation auf der Georgshöhe angesiedelt, Anfang der 80er Jahre siedelte sie 400 Meter nach Osten auf eine Düne kurz hinter dem Surfcafe am Januskopf um. Die neuesten Daten sind entweder im Schaukasten bei der Volksbank oder am Strand zwischen Surfcafe und Cornelius veröffentlicht. Einen guten Stand hat Norderney auf der Wetterseite der  Frankfurter Allgemeine Zeitung - dort wird Norderney jedesmal ausdrücklich mit Temperaturangabe aufgeführt - !

- Windsack am Flughafen Norderney -






Sonntag, 18. April 2010

Mornell im Inselosten

Auf Norderney im Inselosten ca. 500 m westlich des Wracks  am Übergang zwischen Salzwiesen und Dünen hält sich ein Mornellregenpfeiffer auf. Mornells sind in in Mitteleuropa eine absolute Ausnahmeerscheinung. Die Art kommt gewöhnlich in Schottland, dem skandinavischen Fjell, der Halbinsel Kola und dem Nordmeer angrenzenden russischen Tundren vor. Der Weltbestand wird auf 40.000 bis 120.000 Tiere geschätzt. Der Mornell ist sehr wenig scheu, geradezu zutraulich gegenüber Menschen. Vielen Dank an H. Andretzke vom BUND

- der Mornell auf Norderney -

Samstag, 17. April 2010

Nordseeinsel statt Budapest

Dem Thalassovergnügen auf Norderney fehlen eigentlich nur noch dicke schachspielende Männer im dampfenden Bewegungsbecken, dann könnte man sich fast in Budapest wähnen. Wir wünschen es den fünf jungen Frauen, die gestern kurzentschlossen beim Norderney Zimmerservice eine Ferienwohnung für ein verlängertes Wochenende gebucht haben. Gebucht war eigentlich ein Flug mit Easy-Jet von Dortmund nach Budapest. Leider wurde der Flug wegen der Aschewolke gestrichen. Da die Badesachen schon gepackt waren fuhren Sie statt dessen mit dem Zug nach Norderney und gehen nun ersatzweise ins Badehaus.  Die erwartete Aschewolke fiel auch aus, gestern war den ganzen Tag strahlend blauer Himmel. Wer weiß wie das Wetter in Budapest dieses Wochenende ist, ein Strandspaziergang mit heißer Schockolade in der Weißen Düne kann ganz bestimmt mit einem Spaziergang an der Donau konkurrieren.
 - blauer Himmel statt Aschewolke -

Freitag, 16. April 2010

Experte für Gastronomen

Lang ersehnt wurde auf Norderney von den Hoteliers und Gastwirten die Anpassung der Mehrwertsteuer an das europäische Niveau. Nach der Wahl wurde dieses Versprechen von der Regierungskoalition eingelöst, allerdings nur für die Anbieter von Beherbergungsdienstleistungen. Dies war ein Kompromis, der nur etwas mit den zu erwartenden Steuermindereinnahmen zu tun hatte und nicht mit strukturellen Erfordernissen. In anderen europäischen Staaten wie Spanien, Italien, Frankreich, Österreich und Holland wird die Gastronomie als schützenswertes Kulturgut und Jobmotor angesehen, weshalb Mehrwertsteuersätze von 3 bis 10 Prozent dort die Regel sind. Von Verbandsseite wird nun alles dafür getan, auch für die Gastronomie einen gerechten Mehrwertsteuerstatz durchzusetzen. Ein erster Schritt ist die Berufung einer 16-köpfige Expertenkommission des Bundes, die über die Angleichung der Mehrwertsteuer auch in der Gastronomie berät. Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Niedersachsens, Herrmann Kröger, hat nun dafür gesorgt, dass der Wirt des Flughafenrestaurants auf Norderney Miglied dieses exklusiven Kreises geworden ist. Für Norderney kann man nur hoffen, dass Peter Großkopf Erfolg hat, da auch die Norderneyer Gastronomen einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil durch die hohe Mehrwersteuerlast haben.
 - nur Skandinavien nimmt mehr -

Donnerstag, 15. April 2010

Lauftreff jetzt am Mittwoch

Der Lauftreff auf Norderney existiert seit Anfang der 70er Jahre und hatte seitdem einen festen Termin:  jeden Freitag um 18.30 Uhr am Eingang der Sporthalle bei der Mühle. In den letzen drei Jahren wurden es immer weniger Teilnehmer die zu dem vom TuS organisierten begleitetem Lauftraining kamen. Trotz Plakate und Informationen bei der Touristinfo fanden sich an manchen Freitagen nur 3 bis 5 Läufer zusammen um eine der drei Strecken zu laufen. Die seit den 80er erprobten Strecken und Tempos (5:00, 6:00, 7:00) lockten weder einheimischen noch festländischen Sportler an den Norderneyer Sportplatz. Im Winter hat die Laufsparte sich nach langen Diskussionen darauf geeinigt es mal mit einem anderen Wochentag zu versuchen. Gestern wurde die Laufsaison eröffnet, ab jetzt bis November jeden Mittwoch um 19.00 Uhr am Sportplatz. Mitmachen kann jeder, gelaufen wird in 3 Gruppen, jeweils ungefähr eine Stunde.
Trimm Trab 1978 (Brandes, Berghaus, Vollmer)

Mittwoch, 14. April 2010

Kinder- und Jugendstrand

Auf Norderney ist der Weststrand auf Familien mit kleineren Kindern ausgerichtet. Dort gibt es eine Trampolinanlage und einen großen Strandspielplatz. Nach mittlerweile 12 Jahren war das große Piratenschiff abgängig und wurde in diesem Winter abgebaut. Das Neue ist nun da und liegt als Bausatz auf der Promenade. Ab Montag bauen es die Mitarbeiter der Technischen Dienste Norderney (TDN) auf. Der ca 30.000,- € teure Bausatz soll see- und wetterfest sein, von einer längeren Lebensdauer als 10 Jahre geht aber niemand ernsthaft aus.
- IKEA für Fortgeschrittene -

Dienstag, 13. April 2010

Roter Platz

Auf Norderney ist man schnell mit Spitznamen und Bezeichnungen. Als vor ungefähr zehn Jahren der Hafen umgestaltet wurde, war man sehr erstaunt, dass die Norderneyer an der Planung nur wenig beteiligt wurden. Der Hafen wurde nach den Erfordernissen eines modernen Containerumschlaghafens geplant und umgebaut, der Tourismus spielte keine Rolle. Viele Lampen (die alle auch nachts brennen) und weite Flächen, vollständig versiegelt mit rotem Pflaster. Im Volksmund erhielt der Hafen deshalb den Namen "Roter Platz". Weder an die Verkehrsführung noch an die ankommenden Gäste wurde gedacht. Federführend war das Staatshochbauamt und das Hafenamt, beide mittlerweile teilprivatisiert. Nun können sie kommen, die großen Schiffe voller Container und Stückgut und ihre Fracht auf den entstandenen weiten Flächen entladen und zwischenlagern.
 viel Platz für nichts

Montag, 12. April 2010

Namen von Fremdenzimmern und Pensionen

Auf Norderney war die Blütezeit des Fremdenverkehrs in den Jahren 1870 bis zum Ersten Weltkrieg. Die Insel wurde in einem Atemzug mit Cannes, Baden Baden und Biarritz genannt. Begleitet war die Zeit von einem Bauboom, der vielleicht mit der Gründerzeit in Berlin oder Hamburg vergleichbar ist. Neue Straßenzüge voller Hotels entstanden entlang der Wasserlinie. Neben den großen Hotels entstanden in den Nebenstraßen auch kleine Pensionen mit Fremdenzimmern. Die großen Hotels erhielten prächtige Namen wie Germania, Phönix, Kaiserhof und Europäischer Hof. Die kleineren Pensionen wurden oft nach dem Vornamen der ältesten Tochter genannt wie zum Beispiel Irma, Cäcile, Ruth, Marie oder Feodora. Die Namen blieben über die Jahrzehnte bestehen und auch heute noch werden Ferienwohnungen und Pensionen nach dem erstgeborenen Mädchen benannt. Mädchennamen hören sich halt mehr nach Urlaub an und sind auch sehr viel klangvoller als Jungennamen dieser Zeit, wer möchte schon in der Pension  Fritz, Karl, Bruno, Wilhelm oder Heinrich seine Ferien verbringen?
- Zimmernachweis von 1928 -

Sonntag, 11. April 2010

Weltnaturerbe

Norderney liegt in einem Weltnaturerbe. Letztes Jahr wurde das Wattenmeer vor Holland und Deutschland von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Dänemark lehnte diese Auszeichnung aus Angst vor negativen Folgen für die Wirtschaft ab. Stolz kann man nun das Wattenmeer in einer Reihe mit dem Grand Canyon, dem Great Barrier Reef, dem Kilimandscharo und den Galapagos Insel nennen. Die Verantwortlichen tun sich noch etwas schwer mit der neuen Zugehörigkeit, man weiß nicht so genau wie man damit umgehen kann. Am Montag sind alle "Entscheidungsträger" in den Weißen Saal des Kurhauses eingeladen, um von professioneller Seite über Chancen und Nutzen dieser Auszeichnung unterrichtet zu werden.  Hoffentlich hilfts.
- Schild am Weststrand steht schon mal -

Samstag, 10. April 2010

After Work Party

Geheime Orte auf Norderney - Teil 1:
Es gibt noch einen echten Getränkemarkt auf Norderney. Man kann dort kistenweise Bier, Wasser oder Sprudel kaufen. Außerhalb des Innenstadtbereichs gelegen ist er mit dem Auto erreichbar. Die Preise sind normal - ab und zu gibt es Sonderangebote oder ein Glas bzw. Spielzeug-Lkw zur gekauften Kiste dazu - alles wie auf dem Festland. Uneingeweihte wundern sich sicher über so manchen Handwerker, der nach 18 Uhr in Arbeitskleidung mit einer leeren Flasche aus dem Nebenraum stolpert. Hier findet  täglich eine "after work party" statt für alle, die dazugehören. Naja,  so eine überdimensionale Bierdose bringt einen nach einem langen staubigen Arbeitstag halt auf den Geschmack.
- Befüllt mit Sprit statt Bier -

Freitag, 9. April 2010

Strandkorb statt Autokino

Auf Norderney werden nun auch die Strände mit Strandkörben bestückt. Auf den Hochstränden und Deichwiesen stehen die Körbe bereits seit Ostern. Da es Ostern Beschädigungen gegeben hat, wird in dieser Saison ein Sicherheitsdienst beauftragt. Er wird nachts darauf achten, dass den Strandmöbeln nichts passiert. Für die Norderneyer haben die Strandkörbe einen hohen Stellenwert: Der Strand und die Strandkörbe sind für die Norderneyer Jugendlichen so etwas wie Autokino und Käferrücksitz zusammen. Da alle Norderneyer die gleichen Erfahrungen gemacht haben ist nicht zu befürchten, dass der (Norderneyer) Sicherheitsdienst dies unterbinden wird.  Beschädigungen werden aber natürlich nicht geduldet, schließlich ist der Strandkorb so etwas wie Kulturgut und wird auch für die vornehmste Bürgerpflicht benutzt: Die Wahlkabine auf der Insel ist natürlich auch ein Strandkorb.
Den Norderneyern heilig: Der Strandkorb

Donnerstag, 8. April 2010

Taxi

Endlich ein neues Taxi auf Norderney. Langsam kommt man sich schon vor wie an der afrikanischen Westküste. Zwar unterscheidet sich das Wetter deutlich, aber die bundesdeutschen Taxiunternehmer exportieren ihre ausrangierten Fahrzeuge schon seit geraumer Zeit nach Ghana und Norderney. Da es auf Norderney keine Umweltzonen gibt, haben die örtlichen Transportunternehmer die Möglichkeit Taxen und Busse zu kaufen, die wegen ihrer Abgaswerte woanders nicht mehr fahren dürfen. Für die Norderneyer Fuhrunternehmer ein großer Vorteil, für die Kunden nicht gerade das Höchstmaß an Komfort. Wir freuen uns über eine neue E-Klasse Taxe mit Ledersitzen und hoffen auf mehr.

Gästeankunft 1955 - Taxis noch in schwarz

Mittwoch, 7. April 2010

Oldtimerhupen

Das Geräusch läßt jeden, der es nicht kennt aufmerken: Oldtimer mit alter rostiger Hupe unterwegs auf Norderney? Bei näherem Hinsehen erkennt man den Verursacher - das Rufen der Fasane ist unmelodisch und laut. Die Männchen mit prächtigem Gefieder, die Weibchen eher unscheinbar braun lenken die Blicke aller Norderney-Besucher auf sich, für viele sind frei auf den Strassen und in den Gärten herumlaufende Fasane ein eher ungewöhnliches Bild. Die Fasane sind ursprünglich nicht hier beheimatet sondern wurden als Jagdwild ausgesetzt. 
zutraulich







Dienstag, 6. April 2010

Komischer Berg am Pique

Norderney war im ersten und im zweiten Weltkrieg militärisches Sperrgebiet. Mit Ausbruch (es war Sommer) des ersten Weltkrieges wurde innerhalb einer Woche die gesamte Insel evakuiert. Am 10. August 1914 wurde das Bad offiziell geschlossen. Die meisten Insulaner waren ihrer Lebensgrundlage beraubt. Es begann der Ausbau zur Seefestung mit Flugplatz, Bunker in den Dünen und Bähnchen zur Versorgung der Bunker mit Munition. Im zweiten Weltkrieg wurde der begonnene Ausbau fortgesetzt und perfektioniert. Das Altersheim, Sportplatz, die Uferbefestigung vom Hafen bis zur Giftbude, die Gebäude an der Mühle und Teile der Nordhelmsiedlung sind alles Militärbauten. Im Gewebegelände stehen jetzt noch hinter den Hallen und Häusern Munitionsbunker, die man kaum abreissen kann. Die West- und Nordseite der Insel war mit Flugabwehrgeschützen und schweren "Schiffsbatterien" bestückt. Manche Bunker sind als Bruchstücke sichtbar, andere sind unter Sand vergraben, wie die Flugabwehrstellung am heutigen Hotel Pique. Aufmerksame Spaziergänger wundern sich nun über die ungewöhnliche Düne dort. 
Nun Beobachtungsposten mit Strandkorb









Montag, 5. April 2010

Ostbad

Norderney war über die Ostertage gut besucht. Das Osterfest markiert den Anfang der Saison. Karneval ist wie ein Testlauf, die sechs Wochen zwischen Karneval und Ostern werden genutzt um die letzten, kleineren Probleme auszubügeln, damit an Ostern alles steht. Wer ein Geschäft aufmachen will, der muß spätestens Ostern damit beginnen. Letztes Jahr war Ostern Mitte April - es gab deshalb kein "Osterloch" da die Zeit zum 1. Mai kurz war, dies ist dieses Jahr ein wenig anders. Das Wetter war etwas durchwachsen, kühl und regnerisch. Auf Norderney brach die Sonne zwar ab und zu durch, allerdings nur recht kurz. Die Einzelhändler und Gastronomen am Westkopf hat dies gefreut, die Gäste hielten sich mehr am Westteil der Insel auf. Die Strandkörbe haben zwar schon ihr Winterlager verlassen, für eine gute Vermietung war es noch zu kühl und zu regnerisch. Das Badehaus war durchweg gut besucht. Die erste Rückreisewelle ist am Montag (Ferienende Niedersachsen), die Hauptabreise wird Sonntag sein (Ferienende NRW). Trotz der recht vollen Insel hat man am Ostbadestrand Ostersonntag fast niemanden getroffen. Die Bedingungen für einen Spaziergang waren ideal - es gab keinen Wind, die Luft war durch den nächtlichen Regen und die Temperatur sehr klar es herrschte Fernsicht - man konnte deutlich die Strandpromenade von Baltrum erkennen.

Ostersonntagnachmittag 
Ostbad Blick nach Baltrum


Sonntag, 4. April 2010

Eiertrullern

Auf Norderney wird am Ostersonntag eine echt ostfriesische Tradition zelebriert - das Eiertrullern.  Auf dem Festland wird an den Deichen oder den spärlich vorhandenen Erhebungen gespielt - in Aurich Tannenhausen wurden diese dann gleich "Eierberge" genannt. Auf den Ostfriesischen Inseln spielt man traditionell in den Dünen. Man trifft sich mit hartgekochten Eiern, stellt sich mit seinem Gegner auf die  Sandseite der Düne und läßt die Eier runtertrullern. Sieger ist der, dessen Ei als erster unten ankommt. Prämie ist das Ei des Gegners. Je weiter man nach Süden kommt, umso mehr ist die Tradition abgewandelt, die Leeraner werfen die Eier!
- Frohe Ostern -
Heute Vormittag am Weststrand veranstaltet die Inselwerbegemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung und dem Inselradio SWS ein großes Eiertrullern. Eier gibt es vor Ort, ein großer Sandhügel mit Platz für ausreichend Eierbahnen wurde bereits letzte Woche aufgeschichtet. 

Samstag, 3. April 2010

Osterfeuer

Heute ist es wieder soweit. Auf Norderney am Weststrand gibt es das traditionelle Osterfeuer der Inselwerbegemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Inselradio SWS. Staatsbad und Technische Dienste der Stadt Norderney haben fleißig gesägt, damit genug Äste am Strand für das Feuer zusammenkommen. Das Wetter ist frisch - ideale Vorausetzungen für das Bikebrennen auf ostfriesisch.
Ostersamstag am Weststrand - Osterfeuer -

Freitag, 2. April 2010

Bischof an Karfreitag

Auf Norderney gibt es fast "amerikanische" Öffnungszeiten. Der größte Discounter (Penny) am Hafen hat zum Beispiel täglich von 07.00 bis 22.00 Uhr und Sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Als Norderneyer hat man sich daran gewöhnt und ist erstaunt, wenn man auf dem Festland sonntags vor verschlossenen Türen steht. Grundlage für diese kundenfreundlichen Zeiten ist die sogenannte Bäderregellung, Sie erlaubt Geschäften auf der Insel weitgehende Freiheit in Bezug auf das Schließen und Öffnen ihrer Läden.  Auf Norderney legte man die Bäderregelung (und die wenigen Schließungszeiten, auf die die Kirche beim Aushandeln der Ladenschlußzeiten bestand) relativ lax aus. Karfreitag vor zwei Jahren machte ein katholischer Bischof auf unserer schönen Insel Urlaub und bemerkte, dass an Karfreitag viele Geschäfte weit über das Erlaubte hinaus geöffnet haben. Er fühlte sich gestört und beschwerte sich sogleich an oberster (weltlicher) Stelle. Die Stadt Norderney musste reagieren. Nun dürfen an Karfreitag Geschäfte, die Waren zum unmittelbaren Lebensbedarf verkaufen, nur außerhalb der üblichen Gottesdienstzeiten für höchstens drei Stunden geöffnet haben.

Penny am Hafen - fast immer auf-


Donnerstag, 1. April 2010

Marketingmaßnahme

Norderney hat in den letzten Jahren erfolgreich an seiner Imageveränderung gearbeitet. Anfang der 2000er Jahre war im TV zu sehen, wie ein Kegeltourist vor dem Ballermann auf die Frage, wie er zu der geplanten Ökosteuer auf Mallorca stehe, drohte: "Dann fahren wir halt alle nach Norderney!" Diese Veröffentlichung hat Stadtverwaltung, Kurverwaltung und Tourismusverantwortliche aufgeschreckt. Es wurde alles getan, um gegen dieses Schreckgespenst - Ballermann Nummer 11 in der Nordsee zu werden, anzuarbeiten. Grundsätzlich wurden alle Preise und die Kurtaxe um 20% erhöht "Norderney muss man sich halt leisten können". Millionenkredite für Umbau von Kurplatz, Badehaus, neue Strandkörbe wurden aufgenommen. Die Frisia hat ein Rauchverbot auf Ihren Schiffen durchgesetzt und zu den Kegelclubanreisetagen Bodyguards beschäftigt, die auf die Einhaltung der Beförderungsbedingungen achten (keine Mitnahme von Betrunkenen!!). Einzig der Name steht immer noch für unbeschwertes Kegelclubvergnügen. Der Verwaltungsausschuss hat auf einer gemeinsamen Sitzung mit dem Aufsichtsrat des Staatsbades daher eine weitgreifende Marketingmaßnahme zur Imageverbesserung beschlossen: Norderney soll umbenannt werden, nur so kann man nachhaltig das neue Bild der Insel am Markt platzieren. Der Name Norderney ist eine historische Beschreibung neuer geografischer Gegebenheiten, die im 14. Jahrhundert durch mehrere Sturmfluten entstand und heißt nichts anderes als Neue Norder Insel.  Der Vorschlag des ehemaligen Bürgermeisters Klaus Rüdiger Aldegarmann Norderney nun SYLTNEY zu nennen wurde mit knapper Mehrheit angenommen. Aldegarmann - selbst mit dem Namen Schulz auf die Welt gekommen -  begründete seinen Vorschlag damit, dass allein durch die Namensähnlichkeit am Ticketcounter des Reisebüros/Flughafens oder bei der Bahn viele neue Gäste gewonnen werden. Diese Verwechslung können man durch einen kleineren Schrifttyp für die letzten 3 Buchstaben noch unterstützen - dieser konstruktive Vorschlag Jann Ennens fand breite Zustimmung. Da unter dem Suchwort "Sylt" sehr viel mehr Zugriffe im Internet stattfinden lässt sich auch hier durch den neuen Namen eine sehr viel bessere Platzierung erreichen - das Argument des Internet-Experten Plavenieks gab letztlich den Ausschlag für das positive Abstimmungsergebnis.