Archiv für Februar 2010
Die Kuhle
Mitte der sechziger Jahre gab es auf der Insel noch keine Ferienwohnungen. Nach Mallorca kam man nur mit dem Linienflieger über Frankfurt. Die durchschnittliche Urlaubsdauer der Gäste lag bei 14 Tagen. Angereist wurde stilecht mit einem Opel Admiral. Gebucht wurde Vollpension in einem Hotel am Damenpfad oder der Kaiserstraße. Für die Insulaner bedeutet dies in den Aufbaujahren viel Arbeit. Frühstück ab 8.00, Mittagessen ab 12.00 und Abendessen ab 18.00 Uhr – “garni” war unbekannt, es gab immer Vollpension. Von der Strandstraße bis zur Winterstraße, den gesamten Damenpfad bis zum Ende der Kaiserstraße reihte sich Hotel an Hotel. Trotz (oder wegen) der vielen Arbeit war die Mittagspause heilig. Von 14.00 bis mindestens 15.00 Uhr meist bis 16.00 Uhr war Siesta. Im Sommer nahm man sich die Auszeit gerne auf der Wiese zwischen Damenpfad/Kaiserstraße und der Promenade. Jeder hatte seinen Stammplatz für ein kleines Nickerchen. Auch Hotelier B. hatte einen solchen Stammplatz: Eine Kuhle in den Dünen. Dort traf man ihn täglich zwischen 14.00 und 16.00 Uhr mit Sicherheit an. Der Hotelier war damals bekannt für sein starkes Interesse an allem Weiblichen. Die zu dieser Zeit aufkommende sexuelle Revolution war für ihn eine Herausforderung. Die ersten Frauen lagen “oben ohne” am Strand! Fortan hielt es Hotelier B. mittags nicht mehr in seiner Kuhle, sondern er lief zwischen 14 und 16 Uhr den Strand auf und ab und sah dabei nicht sehr nach Siesta aus. Auf die Frage, wo er in der Mittagspause war, antwortete er ” ehm t.i.t.t.e.n kieken” – so kam er zu seinem Spitznamen.
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de
Suchwörter für diesen Artikel:
Koruslauf wird verlegt
Jedes Jahr ende Februar anfang März messen sich die kleinen Norderneyer Athleten beim Korus Lauf. Der Lauf wird finanziert von der A. und E. Korus Stiftung, die den Sport auf Norderney fördert. In den letzten Jahren hatte man gegen Hundeschiete, Regen und Schlamm zu kämpfen, da der Lauf durch das Kiefernwäldchen bei der Lüttje Legde führt. Das Wäldchen wird gerne von den rund herum wohnenden Hundebesitzern zum Gassigehen benutzt. Nicht weiter schlimm aber beim Lauf ganz schön ekelig. Da der Boden zu dieser Jahreszeit immer etwas feucht ist haben die kleinen Insulaner mit viel Pfützen und Schlamm zu kämpfen. Eine kleine Anhöhe gibt es im Streckenverlauf, die wurde schon mit Händen und Füssen erklommen. Nach dem Lauf treffen sich die stolzen Eltern mit ihren Kindern zur Siegerehrung in der Sporthalle, wo es Kakao, Kaffee und Kuchen gibt. Dieses Jahr ist alles anders. Norderney ist zwar nun schneefrei, allerdings steht das gesamte Wäldchen unter Wasser – selbst für die wassererprobten Inselkinder zuviel. Der Lauf wird an die Strandpromenade verlegt. Start ist am Sonntag um 13.00 Uhr bei Cornelius. Diesmal ist dann wohl der Wind der größte Feind der kleinen Läufer.
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de
Norderney – Uhrenturm wird abgebrochen
Die Grundschule auf Norderney ist stark sanierungsbedürftig. Untersuchungen der TDN (Technischen Dienste Norderney) unter Hinzuziehung von Fachleuten haben ergeben, dass die 1900 gebaute Schule gravierende Mängel aufweist. Grundproblem ist ein Fehler, der bereits bei Konstruktion des Gebäudes begangen wurde. Beim Bau der Schule wurden für die Decken ca. 500 Eisenträger verwendet. Diese Träger reichen nicht wie üblich nur bis zur inneren Steinschicht, sondern bis zur Aussenfassade – damit ist eine Kälte- und Nässebrücke geschaffen worden. Diese mangelhafte Bauausführung führte zu den jetzt festgestellten massiven Feuchtigkeitsschäden im Bauwerk. Am stärksten betroffen ist der sogenannte Uhrenturm. Das kleine Türmchen in der Mitte des Bauwerkes steht auf einer Eisenunterkonstruktion (“Prinzip Eifelturm”), die Konstruktion ist verrostet. Es wird befürchtet, dass bei Unwetter oder extremen Temperaturschwankungen der Turm zusammenbrechen könnte, wegen der dadurch bestehenden möglichen Gefährdung eine Situation, die schnellstmögliche Reaktion erfordert. Eine Firma wird deshalb mit dem Abbruch beauftragt, die Kosten werden mit 20.000,- bis 30.000,- € veranschlagt. Die Gesamtsanierung der Schule wird voraussichtlich 3.100.000,- € kosten. Alle Norderneyer Politiker, bis auf 2 der Freien Wähler (Moroni/Plaveniks) haben sich für den unverzüglichen Abbruch des Türmchens ausgesprochen und ihre Bereitschaft für die Sanierung der Schule signalisiert. Die immensen Kosten auch für die Gesamtsanierung müssen von Norderney aufgebracht werden, da keine Fördermöglichkeiten in Aussicht stehen.
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de
Arbeitsdienst macht Sinn
Seit Jahren das gleiche Spiel auf Norderney: Der Seglerverein veröffentlicht im Frühjahr und im Herbst die Zeiten für den Arbeitsdienst in der Badezeitung, die Mitglieder treten an und arbeiten harte 3 Tage lang für ihren Verein.
Der Seglerverein Norderney wurde von Poppe Folkersts gegründet, kümmert sich um die seglerische Ausbildung der jüngsten Norderneyer und verwaltet mit der Sportboot GmbH die Hallen und Liegeplätze im östlichen Hafenbereich. Wer sich auf Norderney ein Boot kauft, braucht natürlich auch einen Liegeplatz – diesen gibt es praktisch nur, wenn man Mitglied beim Seglerverein ist. Den Platz gibt es aber nicht automatisch und nicht ohne Verpflichtungen. Die Vergabe der begehrten Plätze richtete sich nach der Dauer der Mitgliedschaft. Hat man dann einen Platz erhalten, muss man auch ein Boot im Wasser haben – nach 3 Jahren ohne Boot im Wasser verfällt der Platz. Wenn das Mitglied in diesem Ur-Norderneyer Verein alles richtig gemacht hat und das Boot im Wasser ist, kommt nur noch der jährliche Arbeitsdienst (Arbeitsdienstsoll 2009/26 Stunden). Dabei ist persönliches Erscheinen Pflicht, die Arbeitsstunde wird bei Nichterscheinen mit 40,- € (26×40=1040,-€) berechnet.
Nachdem man sich am Tag des Arbeisdienstes beim Hafenwart des Seglervereins gemeldet hat, geht es darum, einen möglichst angenehmen Job zu ergattern – Trecker fahren oder Tenderboot steuern sind Tätigkeiten, die vererbt werden – hier hat man als Neuling keine Chance. Ein Moses oder wenig geliebtes Mitglied des Vereins wird mit dem “Abkärchern” der Stege oder ähnlichem beauftragt. Ein Naturgesetz scheint es auch zu sein, dass an den Tagen des Arbeitsdienstes immer schlechtes Wetter ist mit Sturm, Regen und Kälte. Der gesamte Arbeitsdienst dauert ungefähr 3 Tage. Während dieser Zeit holen die Mitglieder die Steganlage aus dem Wasser oder setzen sie wieder in das Wasser. Danach ist die Seglersaison beschlossen oder eröffnet. Jahrelang haben sich viele Mitglieder gefragt, weshalb man das überhaupt macht, die in Norddeich lassen die Anlage drin und können so auch im üblicherweise milden Winter segeln – die halb plattdeutsch genuschelte Antwort war immer, dass, wenn es zufriert, die ganze Anlage in Dutt geht. Nun endlich friert es ordentlich, der östliche Hafenbereich hat eine geschlossene Eisdecke. Schön für alle Bootseigner zu erfahren: der Arbeitsdienst hat also doch Sinn!
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de
Suchwörter für diesen Artikel:
Strandrettung
Baywatch und Pamela Anderson haben ihn bekannt gemacht. In Saint Tropez, Maui Beach, Kapstadt und Playa del Ingles sorgt er für Sicherheit. Seit letzter Saison gibt es auch ihn auch auf Norderney: den Jetski für die Strandrettung. Am Hauptbadestrand wird er eingesetzt um Leben zu retten. Der Strandmeister Heiko Hoffmann ist begeistert. Mit dem neuen Jetski ist eine Rettung in Minutenschnelle möglich. Immer wieder kommt es im Sommer zu tragischen Unglücken weil Schwimmer sich nicht an die Badefelder oder Badezeiten halten. Für Hoffmann unverständlicher Leichtsinn – Kenner der Gewässer meiden tiefe Zonen, denn gegen die Strömung kommen auch geübte Schwimmer nicht an. Mit dem neuen Jetski ist das Baden nun sicherer geworden. (Wir geben es ja zu – Juist hatte zuerst einen.)
Dieser Bericht wurde auf Blogger veröffentlicht und ist durch die Einstellung des FTP Uploads im April 2010 nun auf unserem WordPress Blog online. Verantwortlich für Text und Inhalt im Sinne des Pressegesetzes ist der Norderney-Zimmerservice, Hans Vollmer, Langestraße 4, 26548 Norderney, Telefon 04932/3371, norderney-zimmerservice@gmx.de




