Archiv für April 2010

Fischerhaus und Hotelboom

traditionelles haus auf norderneyAuf Norderney gibt es wenige Ecken, in denen man die alte Architektur vor dem Bauboom von 1860 noch sehen kann. Die ostfriesischen Inseln waren traditionell “Herrenland”, es gab keine Möglichkeit Grundstücke zu erwerben, nur Erbpacht war möglich. Erst mit der Inbesitznahme durch Preußen 1866 wurden preußische Gesetze und Verordnungen übernommen. Jetzt erhielten die Einwohner der Insel ihre Grundstücke als Eigentum und die Niederlassungsfreiheit für Handel, Handwerk und Gewerbe wurde eingeführt. Der preußische Staat begann, auch ungenutztes Dünengelände für die Bebauung freizugeben. Dies war der Startschuß für eine bis jetzt anhaltende Expansion und einen riesigen Bauboom. 1866 gab es 214 Häuser, 1885 bereits 510 Häuser  und 1910 waren es 719. Die Expansion Norderneys war ein Prestigeobjekt für den preußischen Staat. Mit der “Königlichen Seebadeanstalt” besaß Preussen ein Nordseebad, welches sich mit den anderen Modebädern der Zeit – Baden Baden, Karlsbad, Biarritz, Brighton und Schevenningen – messen konnte, diese in vielen Dingen sogar übertraf.
Die Blütezeit Norderneys endete mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Mitten im Sommer wurde das Bad geschlossen, die Insel evakuiert und systematisch zu einer Seefestung ausgebaut. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung erlangte Norderney nie wieder, die Gästegruppen und Anforderungen an ein Nordseebad haben sich nach dem II. Weltkrieg stark geändert. Nur der Bauboom hält an.

hotels auf norderney an der kaiserstraße- Hotels an der Kaiserstraße um 1900 -

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Sonne im Strandkorb

Am Weststrand von NorderneyAuf Norderney scheint – auch im Bundesvergleich – recht oft die Sonne. Wegen des Windes liegt die gefühlte Temperatur aber im der Regel etliche Grade unter der gemessenen. Dagegen hilft der allseits beliebte Strandkorb. Er bietet Windschutz und gemütliches Liegen in einem. Die Strandkörbe kann man direkt am Strand mieten, für einen Tag kostete ein Strandkorb 8,- Euro. Man kann die Körbe auch von zu Hause aus buchen, per Postkarte oder Internet. Auf Norderney sind mittlerweile alle Strandkörbe im gleichen blau-weißen Design und in einem guten Pflegezustand. Die Strandkorbvermietung ist für die Kurverwaltung auch eins der wenigen Bereiche in dem Geld verdient wird – die Strandaufsicht mit insgesamt  18 Bademeistern wird davon mitfinanziert. Wer einmal am windigen Strand den Kampf mit einer  ”Strandmuschel” oder anderen zeltartigen Alternativen geführt hat, weiß, dass der Strandkorb keine ernstzunehmende Konkurrenz hat.

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Inselderby gegen Juist

Die Juister fordern Revanche gegen Norderney. Am 2. Mai findet das Rückspiel der Ersten Herren Juist gegen die Mannschaft der Norderneyer Herren statt, diesmal auf Juist. Das Hinspiel im letzten Herbst konnten die Norderneyer Kicker klar mit einem 3:0 für sich entscheiden, der NDR und das Fußballmagazin “11 Freunde” berichteten. Arnold hat getroffenDie Frisia (in diesem Fall unparteiisch) setzt eine Sonderfähre für die Norderneyer Schlachtenbummler ein, bislang sind 170 Karten verkauft. Die Mannschaft des TuS Norderney geht natürlich von einem Sieg aus, Stürmerstar Arnold Ukena ist momentan in Topform. Zwar werden durch die Geburtshilfeabteilung auf Norderney fast alle Juister zur Zeit auf Norderney geboren, trotzdem kann die “alte” Feindschaft nicht ganz verleugnet werden. Die Rivalität rührt vom Kampf um die Erwerbsquelle in früheren Zeiten: Fischgründe und gestrandete Schiffe. Heute sind es die Gäste, um die gekämpft wird.

Eine Geschichte über Juister:

Die Juister im Himmel (von Albrecht Janßen)

Einmal starben auf Juist mehrere Schiffer. Als sie an die Himmelstür kamen, fanden sie sie verschlossen. Sie klopften heftig an, ballerten mit den Fäusten dagegen; endlich öffnete Petrus ein wenig und fragte etwas ängstlich nach ihrem Begehr. ” Wir wollen in den Himmel.” Wo seid ihr denn her?”"Vom Eiland Juist….”"Ach nun kenne ich euch!….Von Juist!…Also Strandräuber und derlei wüßtes Volk! – Ich kann euch drinnen nicht gebrauchen, geht eine Tür weiter!” Aber die Juister wollten nicht gehen und baten zuletzt inständig um Einlaß. “Nein, ich kann euch nicht gebrauchen. Ihr werdet meinen Himmel schließlich für ein gestrandetes Schiff ansehen und ganz und gar ausplündern.” Mit diesen Worten wollte er zurückgehen und die Himmelstür wieder zuschließen. gestrandetes SchiffBlix em!” schrien sie da. “Wir wollen hinein, und wenn wir Gewalt anwenden müssen. das wäre noch schöner, von Juist und dann nicht in den Himmel!” Petrus hatte in dem entstehenden Tumult die Tür nicht mehr zuschließen können, stemmte sich nur mit seinem Körper dagegen; aber seine Kraft war zu schwach; die Juister rannten so wild gegen die Himmelspforte, daß der heilige Torwächter hinfiel, und mit Lärm und Geschrei ergoßen sich die Juister in den Himmel. Die seligen Himmelsbewohner bekamen einen Schrecken und wurden von den neugierigen Juistern von ihren stillen Plätzen vertrieben. Schließlich ließen sich die bärtigen und wild aussehenden Insulaner nieder, zogen ein schmutziges Kartenspiel aus der Tasche und fingen mitten im Himmel an zu spielen.  Petrus war in allergrößter Not und setzte sich jammernd auf einen Stein vor der Himmelspforte. Da stand plötzlich ein Mann vor ihm und begehrte, auch eingelassen zu werden. ” Wer bist Du?” “Ein Schiffsmakler.” “Was ein Schiffsmakler? Von der Sorte habe ich genug. Geh nur weiter!” Aber der Mann wollte nicht weichen und fing demütig an zu bitten. Da wurde Petrus ein wenig weicher, und ihm kam auch ein feiner Gedanke. Vielleicht wußte dieser Mann mit Schiffern umzugehen. Wer konnte wissen, vielleicht brachte er sogar die gräßlichen Juister wieder aus dem Himmelssaal hinaus ” Ja, ich würde dich wohl in den Himmel lassen — aber, diese Juister, diese Juister müssen erst hinaus.” “Was? Juister sind im Himmerl?!  Juister?” “Ja, ein ganzer Schwarm”, antwortete der heilige Mann ein wenig kleinlaut.Hafen Norderney 1910 “Sie haben die Pforte mit Gewalt geöffnet.” “Und nun willst du sie wieder los sein?”"Oh ja, wenns möglich wäre! Hör´nur mal wie sie drinnen fluchen und toben.” ” Ja vielleicht könnte  —— wüßte ich” ” Oh hilf mir, Schiffsmakler! Wir werden dir es im Himmel alle danken.” ” Nun im Himmel soll bald wieder Friede sein. Ich weiß , wie man diese juister Eisbären behandeln muß. Und mir haben sie manches gestrandetes Schiff ausgeplündert. Wartet nur!” Der Schiffsmakler trat nun in den Himmel ein, suchte sich einen etwas erhöhten Platz und schrie dann mit tiefer Stimme durch die hohlen Hände: Schipp up Strand! Schipp up Strand!!!” Die Juister horchten auf, warfen die Karten beiseite. “Jan, Gerd, Hinnerk, Lü Schipp up Strand!!” Und sie stürmten zur Himmelstür hinaus, rannten dabei den Schiffsmakler und heiligen Petrus beinahe um. Die warfen nun schnell die Tür zu, und Petrus drehte den Schlüssel um. Gott sei Dank! Diese Juister waren wieder draußen!

* Die Nordseeinseln, Ein Heimatbuch, Friedrich Brandstetter, Leipzig 1928*Foto vom Stürmerstar-Dirk Kähler, Norderneyer Morgen*Fotos zur Juist Geschichte eigenes Archiv

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Wind macht mal

Auf Norderney ist der Wind klimabestimmend, macht aber nach mehr als drei Tagen unruhig Diesen Beitrag weiterlesen »

Tonnenschwer im Tonnenhof

Die Gewichte der Tonnen sind im Hafen von Norderney fein säuberlich nach Schwere sortiert. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Bild zum Sonntag
Jeden Sonntag veröffentlichen wir ein Bild von der Insel, falls Sie ein schönes haben - mailen Sie uns - norderney-zimmerservice@gmx.de
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