Artikel-Schlagworte: „Frisia“
Aktionärsversammlung
Eine Frisia-Fähre über die Toppen geflaggt auf dem Weg von Norderney nach Norddeich – hier wird es feierlich. Leer fährt sie zum Festland, um die dort wartenden Gäste abzuholen. Grund für die festliche Dekoration ist die auf Norderney stattfindende Hauptversammlung der AG Reederei Norden-Frisia. Die Aktiengesellschaft wird in der dritten Generation von der Familie Stegmann geführt, die auch Hauptaktionär ist. Die übrigen Aktien teilen sich viele Kleinaktionäre, die im allgemeinen ihre Aktie nicht verkaufen sondern vererben. An der Bewirtung zur Hauptversammlung liegt das nicht: sie besteht jedes Jahr aus einer dünnen Suppe. Den Aktionär locken vielmehr dicke Gewinne, die Aktie gilt als ein sicheres Papier zur Daueranlage.
Jetzt hat sich der derzeitig Vorstand allerdings auf ein neues Feld gewagt, für ein 140 Jahre altes Traditionsunternehmen schon eine kleine Ungeheuerlichkeit.
Mit der Gründung der FRI KING GmbH möchte die Frisia im Bereich der Offshore Energie die gesamten Transferleistungen für Personal und Ladung übernehmen. Neben dem Linienverkehr nach Juist und Norderney, dem Ausflugsverkehr von Norddeich, Juist, Norderney und Greetsiel, dem Flugverkehr und den Seebestattungen soll es die ertragsstärkste Sparte im Frisia Konzern werden.
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Fähre umsonst
Heimfahrt nach Norderney
Die Fährfahrt nach Norderney ist schon Teil des Urlaubs. Für die Insulaner ist es Alltag und oft auch nervenaufreibend. Die Fahrkarten für Insulaner kosten genau die Hälfte des normalen Tarifes. Insulanerfahrkarten gibt es nur auf Norderney. Einfache Fahrten kann man nicht kaufen, bzw. sind genauso teuer wie eine Hin- und Rückfahrkarte. Manchmal braucht man allerdings eine einfache Insulanerfahrkarte – bei einer Wattwanderung oder man ist mit einem Segelboot “rüber gefahren”. Auf die Frage, weshalb es keine einfachen Insulanerfahrkarten gibt, bekommt man am Ticketcounter nur ein Achselzucken.
Bei einem Bier einen alten Frisianer befragt antwortete dieser: “Die Vollversammlung der Frisia hat vor Jahrzehnten beschlossen, den Insulanern die Heimfahrt zu schenken, deshalb beträgt der Preis der Fahrkarte genau die Hälfte des gültigen Tarifes und kann auch nur auf Norderney gekauft werden.”
Hört sich auf jeden Fall gut an!
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Festland
Eine Kindheit auf Norderney ist schon etwas Besonderes. Solange der Aktionsradius noch klein ist, wird die gesamte Insel als geschützter, sicherer Raum empfunden. Der Horizont ist das Ende der Wahrnehmung, ebenso endet der kindliche Horizont am Weststrand, an der Meierei und am Hafen. Ein Ausflug mit dem Bus zum Leuchtturm ist eine gefühlte Weltreise.
Viele Dinge lernt man auf der Insel vielleicht deshalb etwas früher als auf dem Festland – Radfahren ist ab spätestens 4. Lebensjahr normal, in die Grundschule wird man nur bis zur zweiten Klasse begleitet, ab dann geht/fährt es allein. Zum Sportverein oder zu Freunden fährt man spätesten ab dem 8. Lebensjahr allein. Beachten muss man nur zwei Dinge: 1. nicht tiefer als bis zum Knie ins Wasser gehen und 2. wenn man ein Taxi sieht, so schnell wie es geht die Straße verlassen (das gilt auch für Zebrastreifen) – das reicht. Die Gefahren des Festlandes gibt es nicht, sollte man verlorengehen, weiß jeder, wo man hingehört.
Langsam merkt man als Heranwachsender aber, dass es da noch was anderes gibt – das Festland. Die ersten Reisen dorthin macht man mit seinen Eltern, später fährt man mit dem Sportverein oder der Schule rüber – zwar ohne Eltern, aber immer noch unter Insulanern und mit Betreuer. Ein wenig Aufregung ist immer dabei.
Irgendwann kommt der Tag, an dem man dann als Kind alleine (mit Freund – Freundin) aufs Festland fährt. Für viele ist das Ziel der ersten Reise der Pfingstmarkt in Norden. Pfingstmontag mit der 13.00 Uhr Fähre hin und um 18.00 Uhr zurück. In Zeiten ohne Handy auch ein Abenteuer für die Eltern, wenn der 10 jährige Sprößling mit gleichaltrigem Freund und 20,- DM in der Tasche (plus 10,- von Opa) ihnen von der abfahrenden Frisia zuwinkt.
Bislang sind alle Inselkinder glücklich und ohne Geld zurückgekehrt – das unsichere Gefühl auf dem Festland bleibt aber bei vielen. Das örtliche Reisebüro bietet jedes Jahr mehrere begleitete Gruppenreisen für Norderneyer an. Immer ein Erfolg und ausgebucht. Auf dem Festland sind Norderneyer halt gerne unter sich.
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Voith Schneider statt Schraube
Die neuste und größte Fähre nach Norderney hat keine Schiffsschraube. Die Frisia IV ist mit vier Voith Schneider Propeller ausgerüstet. Die Flügel des Voith Schneider Antriebes bewegen sich auf einer Kreisbahn und führen noch zusätzlich eine Schwenkbewegung aus. Die Drehzahl des Motors ist um 75% geringer als bei einem vergleichbaren Schraubenpropeller. Da sich mit diesem Antrieb hervorragend manövrieren läßt, sind damit viele Schleppfahrzeuge, Tonnenleger, Schwimmkräne und Doppelendfähren ausgerüstet.
Die Frisia IV ist eine sogenannte Doppelendfähre. Das sind Schiffe, bei denen sich an Bug und Heck jeweils eine Landeklappe zum Be-
und Entladen befindet, damit die Fahrzeuge die Fähre wieder in Fahrtrichtung verlassen können. Die bekanntesten Doppelendfähren sind die Autofähren auf dem Bodensee (Konstanz-Meeresburg), so ähnlich sieht die Frisia auch aus.
Die Frisia IV wurde 2002 in Emden gebaut , ist 70 m lang und 13,5 m breit. Es können 1350 Passagiere und 60 Autos befördert werden.
Geplant war die Ablieferung für März 2002. Da jeder der vier Voith Schneider Antriebe einen eigenen Motor hat, ist es zu einer enormen Geräuschentwicklung und starken Vibrationen gekommen, deshalb wurde das Schiff zunächst von der Frisia Reederei nicht abgenommen. Im Juni vereinbarten dann die Frisia Reederei und die Werft, sich die Kosten der Vibrationsbehebung zu teilen.
Im Juli 2002 wurde die Frisia IV dann endgültig abgeliefert, die Taufe fand etwas verspätet im August statt. Noch heute ist das Schiff bei den Insulanern wegen der Sitzbänke, Vibration und Gräuschentwicklung nicht sonderlich beliebt. Die große Zahl der Passagiere stellt bei einer starken Tagesgästeanreise auf Norderney auch ein großes infrastrukturelles Problem dar. Glücklich sind allerdings alle Insulaner, wenn sie im Winter (nächste Fähre fährt erst wieder in 2 Stunden!) in Norddeich am Anleger in dritter Reihe stehen und die IV erblicken – bei einer Kapazität von 60 Autos ist es eher unwahrscheinlich, dass man nicht mehr mitkommt.
Vielen Dank an Heiko Jacobs für diesen Link: http://www.voithturbo.com/545950.html man kann dort hervorragend Kapitän spielen und mit Voith Schneider manövrieren!
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Norderney – Preiserhöhung auf der Fähre
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