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Fähre fährt!
Keine Beeinträchtigungen durch Packeis. Die Schiffsverbindung Norddeich-Norderney verkehrt planmäßig, lediglich das Manövrieren im Hafen erfordert etwas mehr Zeit. Die Nordseeinsel Norderney erlebt zur Zeit den kältesten Winter seit über 10 Jahren, in der letzten Nacht wurden -10 Grad Celsius gemessen, für die heutige werden ähnliche Werte erwartet. Den kältesten Winter seit Wetteraufzeichnung erlebte Norderney 1940, am 1.Februar 1940 wurden -16,3 Grad gemessen.
Für den Landkreis Aurich hat der DWD (Deutsche Wetter Dienst) gestern eine amtliche Wetterwarnung herausgegeben:
Amtliche WARNUNG vor STRENGEM FROST für den Landkreis Aurich
gültig von: Mittwoch, 29.12.2010 16:37 Uhr bis: Donnerstag, 30.12.2010 11:00 Uhr
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am: Mittwoch, 29.12.2010 16:37 Uhr
In den nächsten Stunden tritt verbreitet Frost mit Temperaturen unter minus 10°C auf.
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Weltumsegelung endet bei Den Helder
Norderneyer Segelyacht “Rob Roy” nach Feuer gesunken
Eine Dose Linseneintopf beendete am Freitag den 3.9. gegen 14.00 Uhr die Weltumsegelung der Norderneyer Segelyacht Rob Roy. Die blaue Yacht startete letzten Mittwoch zum ersten großen Schlag Richtung Spanien. Der Eigner, der beim Deutschen Wetterdienst auf Norderney angestellt war, hat seine 11 Meter Segelyacht den ganzen Sommer über für den großen Törn ausgerüstet. Der Ruhestand war erreicht, nun sollte es in den Süden gehen bis die Frau nachkommt und dann ab in die Karibik – wohin einen der Wind weht. Am Mittwoch hat er mit seinem Sohn losgemacht, erstmal Richtung Mittelmeer.
Bei Den Helder endete die Reise am Freitag. Der Gaskocher steckte das Boot in Brand, innerhalb von Sekunden war alles voller Flammen, durch den achterlichen Wind war es noch möglich ein Mayday Mayday vom Zweitfunkgerät am Ruder abzugeben. Innerhalb kürzester Zeit kam der 17 Meter lange Mast nieder, der Skipper und sein Sohn konnten sich ins Dingi retten. Die holländische Küstenwache nahm die beiden auf, beim Versuch das Boot an den Strand zu schleppen sank das Schiff.
Quelle: Alte Fischhäute, Koninklilke Nederlandse Redding Maatschappji, ESYS (Europäisches Segel-Informationssystem)
Nachtrag: Bootseigner Werner Vogelpoth gab an, daß er gar nicht um die Welt wollte, sondern nur bis zu den Kanaren und dann ins Mittelmeer.

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Krabben
Krabben auf Norderney:
In diesem Jahr gibt es genügend Krabben in der Nordsee, das ist nicht immer so. Abhängig von verschiedenen Umweltbedingungen wie z.B. Temperatur, Fisch- und Seehundbestand schwankt die Zahl der gefischten Krabben und damit ihr Preis. Gefangen werden sie rund um die Insel, die Kutter sind leicht erkennbar an den Auslegern mit beutelartigen Grundschlepp-netzen (sogenannte Baumkurren) sowie an den sie gierig verfolgenden Möwenschwärmen.
Als empfindliches Lebensmittel werden die Krabben sofort an Bord in Salzwasser gekocht und könnten anschließend gleich frisch und lecker verzehrt werden. Das Problem für Norderneyer und Norderneyer Gäste ist nur, an die frischen Krabben zu kommen. Der letzte Fischer mit NOR (=Norderney) am Bug hat schon vor Jahrzehnten aufgegeben. Die Krabbenkutter kommen nun aus Norddeich, Greetsiel und Ditzum. Falls die Zeit reicht oder die Tide sie dazu zwingt, kommen die Fischer auch in den Norderneyer Hafen, dann wird der Granat literweise frisch gekocht direkt vom Kutter verkauft.
Aus 3 Kilo Krabben werden ca. 1 Kilo Krabbenfleisch. Geübte schaffen dies tatsächlich, die meisten schaffen es aber nicht, auf Vorrat zu pulen. Die Krabben schmecken halt so gut, dass alles für den eigenen Verzehr draufgeht. Frische Krabben schmecken nicht nach Fisch, sondern haben einen leicht nußigen Geschmack mit einer Prise Seewasser. Falls die Krabben “fischig” schmecken sind sie nicht mehr frisch.
Die klassische “Pulparty” sieht so aus: an einem viereckigen Tisch, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist, steht in der Mitte eine leere Schüssel , in der das Krabbenfleisch gesammelt wird, jeder Partygast hat vor sich eine Schüssel mit ungepulten Krabben. Ziel ist es, die mittlere Schüssel voll zu kriegen, was in den seltesten Fällen gelingt. Als Getränk gibt es ganz profan Bier – Torfrock kann, muß aber nicht.
“Oh Karola, siet letzte Woch is dat um me geschehn ick heb di inne Köök Krabbenpulen sehn Ick köm mit mien Trekker wohl wedder no Noordstrand und …”
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Mauerkünstler
Promenadenmaler auf Norderney
Küstenschutz besteht häufig aus einer massiven grauen Bebauung. Im gesamte Südwesten von Norderney und auch am Hafen sind die Schutzmauern aus grobem Beton – nicht hübsch aber zverlässig. Die neueren Küstenschutzbauwerke glänzen durch hochwertigere Materialien, seit den 2000er Jahren weiß man beim Amt für Küstenschutz, daß auch Zweckbauten schön sein können.
Der vor einigen Jahren in den Ruhestand getretene Malermeister W. Schlegel hatte eine Idee, genug Zeit und Lust die graue Einöde zu verschönern. Er arbeitete sich an der Betonmauer am Hafen (fängt in der Mitte der Deichstraße an) langsam bis zum Seglerhafen vor, insgesamt ca. 350 Meter. Die Motive im Stil naiver Kulissenmalerei sind dem Hafenflair angepasst: die Geschichte des Hafens in Bildern, Leuchttürme der Nachbarinseln und alle Frisiaschiffe. Gelungen ist auch der 3D-Effekt, mit dem er die Bänke in das Bild integriert hat.
Als der Hafen “durchgemalt” war fehlte eine neue Leinwand. Zunächst ist es nicht weiter aufgefallen, daß die Betonmauer an der “alten” Promenade, die bei der Alten Teestube beginnt , weiß angemalt wurde. Seit einer Woche ist es klar: das war nur die Grundierung für Malermeister Schlegel. Angefangen hat er nun mit dem Abbild der Viktoriastraße um 1900. Das wird als Motiv nicht reichen, man darf gespannt sein was auf den nächsten 400 Metern noch kommt. Dem Maler zusehen kann man bestimmt noch bis in den Spätherbst.
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Rolling Stones und Sting am Hafen
Gestern traten beim 3. Piratenfest auf Norderney die Gruppen “Black Jack” und das Duo “Ankergold” auf. International geht der Trend zum Geheimkonzert und zu Geheimtouren. Die deutsche Band “Wir sind Helden” tritt am Sonntag unter dem Tarnnamen “Wo sind Helmet” in München auf. Helmet ist eigentlich eine us-amerikanische Post-Hardcore-Band, weshalb sich auch immer ein paar enttäuschte Heavy Metal Fans unter das Publikum mischen. Beliebt sind die Geheimkonzerte unter Tarnnamen vor allem bei den Musikern, weil man herumblödeln und ganz alte Songs spielen kann, die Stimmung intimer ist und echte Konversation mit den Fans stattfinden kann. Die “Ärzte” sind Tarnnamen Profis, mal spielten sie unter den Namen “Invasion der Gurkenmöpse”, mal unter den Namen “Paul” (in Anspielung auf einen verbotenen Song), ein anderes Mal tourten sie unter den Namen “Nudo Tra I Cannibali” (Nackt unter Kannibalen). Vor einigen Jahren luden sie unter “Die Zuspäten” zu einem Konzert mit “Essen auf Rädern” ein. Es war ein genialer Konzertabend: Hinter “Essen auf Rädern” verbargen sich “Die Toten Hosen”. Wer beim gestrigen Konzert von Ankergold und Black Jack mit den Rolling Stones (Paint in Black – Jumpin Jack Flash) und Sting (trinkt immer Tee vor dem Konzert - Ankergold – die Ostfriesenteemischung) gerechnet hat wurde leider enttäuscht. Trotzdem war es ein gelunger Konzertabend vor einer atemberaubenden Kulisse am Hafen mit vielen Songs von den Stones und Sting.


